Luna und Culano – das sind nicht zwei Pilger, sondern zwei Pferde. Der Pilgerführer schreibt zur Kleinliebenauer Herberge: „auch Pilger mit Hund, Esel oder Pferd sind willkommen“. Pilger mit Hund hatten wir schon, Pilger mit Esel oder Pferd aber noch nicht. Eigentlich sollten diese Tiere im Garten eines unserer Vereinsmitglieder deren Schäfchen Gesellschaft leisten, aber unsere berittenen Pilger hatten sich einen Platz im Pferdehotel „Reiterhof Kleinliebenau“ reserviert. Ein Pferd hatte sich den Huf vertreten, sodass der Hofschmied des Reiterhofs kontaktiert werden musste. Das konnte korrigiert werden, der Weiterritt am nächsten Tag verzögerte sich dadurch etwas.
Wir hatten leider einen Arzttermin, aber die beiden pilgernden Reiter, Herr und Frau Schaudin, waren so freundlich und haben uns einige Tage später ein Foto „Pilger mit Pferd vor der Herberge“ geschickt, sodass auch dieses Ereignis mit Foto in die Chronik des Vereins eingehen kann.
Es klingelte. Klein-Linea stand verlegen am Eingangstor neben ihrem Papa Paul und bat um Unterkunft in unserer Pilgerherberge. Sicherlich war sie den größten Teil der Stecke von Leipzig nach Kleinliebenau in ihrem zweirädrigen Wagen gezogen worden. Auf die Frage nach ihrem Alter hielt sie drei Fingerchen in die Höhe, sprechen wollte sie nicht. Sie war offensichtlich sehr schüchtern Fremden gegenüber. Das erste Mal in der Pilgerherberge Kleinliebenau! Ich hätte wirklich sehr gern gewusst, wie lange unsere jüngste Pilgerin den Weg durchgehalten hat.